Stimmen aus der Verhandlungskommission: Wütend über Ignoranz der Arbeitgeber

Die dritte Verhandlungsrunde der Einkommensrunde 2010 mit Bund und Kommunen hat gestern begonnen. Nachdem die Arbeitgeber auch in der zweiten Runde kein Angebot unterbreitet haben, diskutierte die Verhandlungskommission der dbb tarifunion über die Situation für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen.
 
Frank Nichtitz, Landesvorsitzender der VDStra. - Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten Nordrhein-Westfalen, berichtet von seinen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen in dieser Woche. „Die Kolleginnen und Kollegen sind wütend über die Ignoranz der Arbeitgeberseite. Vor Ort sehen wir, welche Ungewissheit junge Leute während ihrer Ausbildung begleitet. Aktuell werden bei unseren Meistereien und Gehöften gute Leute nach der Ausbildung nach Hause geschickt, statt ihnen eine Perspektive zu bieten. Umso wichtiger ist es, dass die Arbeitgeber endlich Stellung zu unserer Forderung beziehen, junge Beschäftigte nach ihrer Ausbildung zu übernehmen. Eine vernünftige Altersteilzeitregelung ist uns ebenfalls wichtig. So ist es für die Kolleginnen und Kollegen im Unterhaltungsdienst schlichtweg körperlich nicht machbar, den Job bis zum 67. Lebensjahr auszuüben. Dass wir geschlossen hinter der Forderung stehen, haben die erfolgreichen Kundgebungen dieser Woche bewiesen. Allein in Dortmund waren wir 12.000 Kolleginnen und Kollegen, die den Arbeitgebern gezeigt haben, was wir von ihrer Verweigerungshaltung halten. “
Bild: Frank Nichtitz, Landesvorsitzender der VDStra. - Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten Nordrhein-Westfalen

Adelheid Tegeler vom BDZ- Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft hat in dieser Woche einen steigenden Unmut bei den Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen. „Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht nur maßlos enttäuscht, mit wie wenig Respekt ihnen entgegengekommen wird, wenn der Bundesinnenminister erklärt, nach unten verhandeln zu wollen. Sie sind nach zwei Verhandlungsrunden ohne eine konkrete Äußerung der Arbeitgeberseite zu unseren Forderungen auch wütend. Unser Öffentlicher Dienst schafft gerade in diesen Krisenzeiten wichtige Infrastrukturen und sorgt damit für Stabilität. Dafür müssen seine Beschäftigten im Gegenzug auch angemessen bezahlt werden. Die Forderung beinhaltet keine reine lineare Erhöhung, sondern besteht aus mehreren Sachkomplexen. Beim Thema Eingruppierung spielen Bund und Kommunen seit über vier Jahren auf Zeit. Damit muss jetzt Schluss sein“, so Tegeler.
Bild:  Adelheid Tegeler, BDZ- Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft